Über uns

Was ist Freie evangelische Gemeinde?

Mitglieder einer Freien evangelischen Gemeinde sind „frei“ in ihrer Entscheidung für ein bewußtes Leben mit Jesus Christus und der Bibel. Damit gehören sie frei“willig“ zu einer christlichen Gemeinde, deren Mitte Jesus Christus ist.Eine Freie evangelische Gemeinden ist „frei“ in der Finanzierung ihrer Gemeindearbeit – also unabhängig vom Staat, ohne Kirchensteuern.

Sie ist eine „evangelische“ Gemeinde. Denn „evangelisch“ bedeutet nichts anderes, als daß ein Mensch an das glaubt, was im Neuen Testament steht. Er nimmt den Gott der Bibel ernst und erfährt, daß Jesus Christus dem eigenen Leben neue Inhalte gibt.

Mitglieder einer Freien evangelischen Gemeinde möchten eine „Gemeinde“ bilden und zwar so, wie sie das Neue Testament beschreibt. Zum einen ist Gemeinde eine Gemeinschaft von Menschen, die ihr „Ja“ zu einem Leben mit Jesus Christus gegeben haben. Zum anderen leben diese Menschen in einer Gemeinschaft, in der einer für den anderen da sein möchte.

Woran wir glauben

Wer Mitglied einer Freien evangelischen Gemeinde ist, für den ist die Bibel Gottes Wort. In ihr steht, daß Gott eine persönliche Beziehung zu den Menschen haben möchte, weil er den Menschen als sein Gegenüber geschaffen hat. Gott hat für jeden eine Aufgabe, die sein Leben sinnvoll macht. Gott liebt alle Menschen und läßt ihnen daher auch die Freiheit, an ihn zu glauben oder nicht. Im Mißbrauch seiner Freiheit lehnt sich der Mensch gegen Gott auf. Er führt sein Leben nach eigenen Vorstellungen und fragt nicht nach dem, was Gott will. Das nennt die Bibel Sünde. Durch sie ist der Mensch von Gott hoffnungslos getrennt. Aber Gott hat gehandelt, um die Gemeinschaft mit dem Menschen wiederherzustellen. Er hat durch seinen Sohn Jesus Christus eine Brücke gebaut. Jesus starb für die Sünde am Kreuz, damit die Menschen wieder mit Gott leben können. Wer zum Glauben an Jesus Christus kommt, sieht ein, daß er bisher falsch gelebt hat und bereut es. Ihm wird die Schuld vergeben. Er ist entlastet und frei.

Ein Mensch, der an Jesus Christus glaubt, weiß: Gott ist da, er läßt den Menschen nicht los. Und Gott verspricht dem, der an ihm festhält, ein Leben über den Tod hinaus. Das ist die Hoffnung der Christen.

Mit Gott leben heißt auch, mehr von ihm wissen zu wollen. Darum lesen Christen die Bibel, und beten zu Gott. Wer Gott kennengelernt hat, möchte sich ihm zur Verfügung stellten und mithelfen, daß auch andere Menschen Gottes Liebe erfahren.

Wenn ein Mensch anfängt, ernsthaft an Gott und Jesus Christus zu glauben, dann verändert sich sein Leben. Es bekommt eine neue Richtung mit neuen Inhalten. Dieser Glaube, durch den der einzelne ein bewußter Christ wird, führt ihn mit anderen Menschen zusammen, die diese Überzeugung teilen. Auch sie bekennen sich zu ihrem Glauben an Jesus Christus und bilden so eine Gemeinschaft, eine Gemeinde. Auch Freie evangelische Gemeinden entstanden so.

Mitglied einer Freien evangelischen Gemeinde kann deshalb nur der werden, der glaubt und bekennt, daß Jesus Christus sein Herr ist und dessen Leben mit diesem Bekenntnis übereinstimmt. In der Regel wird diese persönliche Beziehung in einer bewußten Taufe vor Gott festgemacht und vor Menschen bezeugt, aber sie ist nicht Bedingung zur Mitgliedschaft. Am Abendmahl können alle teilnehmen, die aus diesem Glauben leben. Im Abendmahl feiern wir den Tod Jesu Christi am kreuz als einzige bleibende Grundlage unseres Glaubens.

Da Gott die Menschen, die an ihn glauben, mit unterschiedlichen Gaben beschenkt hat, sollten sie auch im Gemeindeleben zur Entfaltung kommen. Daher setzen sich viele in der Gemeindearbeit und in der Gottesdienstgestaltung ein. Der Apostel Paulus vergleicht die Gemeinde mit einem Körper, der viele Körperteile hat. Jeder Körperteil hat eine Funktion. Er kann nicht ohne den anderen auskommen. Gemeinde ist Gemeinschaft miteinander und Gemeinschaft mit Jesus Christus.

Wie finanzieren wir uns? Alle Arbeitsbereiche werden durch freiwillige Spenden der Mitglieder finanziert. Es wird keine Kirchensteuer erhoben.

Wie wir entstanden sind

Ein sechzehnjähriger Kaufmannslehrling fing an, ganz bewußt an Jesus Christus zu glauben. Es war Hermann Heinrich Grafe, der von 1818 bis 1869 lebte. Mit 25 Jahren zog er nach Elberfeld (heute Wuppertal). Vorher lebte er zwei Jahre in der französischen Seidenstadt Lyon, in der er eine unabhängige evangelische Gemeinde kennenlernte. Sie bestand ausschließlich aus Menschen, die ein bewußtes Leben mit Jesus Christus führten. Um Mitglied zu werden, mußte man persönlich „Jesus als seinen Herrn bekennen und entsprechend leben“, wie es hieß. Dieses an der Bibel ausgerichtete Gemeindemodell überzeugte Hermann Heinrich Grafe, denn im Neuen Testament besteht Gemeinde ausschließlich aus solchen Menschen, die Jesus Christus ein persönliches „Ja“ gegeben haben.

Nun stellt sich vielleicht die Frage, warum Grafe erst ins Ausland ziehen mußte, um eine solche Gemeinde kennenzulernen. In Deutschland bestimmte seit der Reformation der Landesherr den Glauben seiner Untertanen. Deshalb gab es außerhalb der Staats- und Landeskirchen keine Gemeinden. Versuche, diese zu gründen, wurden unterdrückt. Das wurde erst anders, als sich nach der Deutschen Revolution 1848 die meisten deutschen Länder eine Verfassung gaben. So konnten um 1850 verschiedene evangelische Freikirchen in Deutschland entstehen. Grafe setzte sich zunächst mit anderen Freikirchen in Verbindung. Es war und blieb ihm jedoch wichtig, daß der bewußte Glaube an Jesus die einzige Bedingung zur Gemeindemitgliedschaft ist. 1850 gründete er zunächst den „Evangelischen Brüderverein“. Mit vertreten waren Männer aus verschiedenen Berufen, meistens ohne theologische Ausbildung. Sie waren bereit, von ihrem Glauben zu berichten und in Dörfern und wachsenden Industriestädten Menschen zum Glauben einzuladen. Diese Männer gründeten zunächst keine eigenen Gemeinden, sondern bildeten eine überkonfessionelle Arbeitsgemeinschaft von Christen verschiedener Benennungen.

Im Jahre 1854 trat Grafe dann mit fünf seiner Freunde aus der Reformierten Kirche aus und gründetete die Freie evangelische Gemeinde Elberfeld-Barmen. An das Presbyterium der Reformierten Kirche schrieb er: „Wir finden Gemeinschaft in Christo nicht, wo auch offenbar ungläubige und Feinde Jesu Christi noch Raum haben … Wir bitten Sie, unseren Austritt aus der Volkskirche als einen Akt des Gewissens anzusehen und nicht als einen Ausdruck einer bloßen Opposition.“

Grafe übernahm die Leitung der ersten Freien evangelischen Gemeinde in Wuppertal, sein Schwager Heinrich Neviandt wurde ihr erster Pastor.

Am 30. September / 1. Oktober 1874 schlossen sich in Elberfeld zweiundzwanzig „Abendmahlsgemeinschaften“ zum Bund Freier evangelischer Gemeinden zusammen. Diese Gemeinschaften waren ähnlich entstanden wie die Gemeinde in Elberfeld-Barmen.

Und noch ein paar Daten und Namen, die für die Entwicklung Freier evangelischer Gemeinden wichtig waren:

Im Juli 1887 berief ein kleiner Kreis von Christen in Witten Friedrich Fries (1856-1926) als Pastor. Er gründete in Witten und in Nachbarstädten Gemeinden und rief den Bundes-Verlag und das Diakonische Werk „Bethanien“ in Solingen ins Leben. Beide Institutionen gibt es noch heute.
Fries‘ Mitarbeiter Konrad Bussemer (1874-1944) war jahrzehntelang Lehrer am damaligen Predigerseminar des Bundes. Er wurde einer der wichtigsten Theologen der Freien Evangelischen Gemeinden in der damaligen Zeit.

Otto Schopf (1870-1913) wurde der Nachfolger von Friedrich Fries. Als Pastor der Freien evangelischen Gemeinde in Witten gilt er als der eigentliche Nachfolger Grafes. Schopf gab den Anstoß, ein eigenes Predigerseminar zu gründen. Das wurde in Wuppertal-Vohwinkel errichtet, 1946 nach Dietzhölztal-Ewersbach verlegt und stand über zwanzig Jahre unter dem Rektorat von Walter Quiering (1898-1977, unten rechts). Schopf gründete 1904 auch die Inlandmission des Bundes, um Menschen in Deutschland den christlichen Glauben nahezubringen.

Seitdem sind viele neue Gemeinden dazugekommen, wie die in Hamburg, die eine eigene vom Bund Freier evangelischer Gemeinden unabhängige Geschichte hat und 1934 schon aus ca. 30 Ortsgemeinden m norddeutschen Raum bestand.

Inzwischen gibt heute es rund 400 Gemeinden im gesamten Bundesgebiet.

Schwierigkeiten gab es in den dreißiger Jahren, den geistlichen Kurs beizubehalten.

Schwierigkeiten gab es auch nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR, wo aus politischen und ideologischen Gründen die Zahl der Gemeinden abnahm. Aus genau diesen Gründen war es notwendig, für das Gebiet der DDR 1951 einen juristisch und arbeitsmäßig selbständigen „Bund Freier evangelischer Gemeinden in der DDR“ zu bilden. Er hielt immer guten Kontakt zum Bund in der Bundesrepublik Deutschland. Und er war auch Mitglied im Internationalen Bund Freier evangelischer Gemeinden. Er errichtete in Bad Klosterlausnitz/Thüringen ein Tagungs- und Gästehaus, das 1986 als „Grafe-Haus“ eingeweiht wurde.

Quelle: http://www.feg.de

Unsere Gemeinde

In Holzhausen trafen sich Männer aus den Familien Hubener, Kuhl (Herdmanns), Happel (Jerje) und andere zu Bibel-und Gebetstunden. Wie immer bei den Anfängen einer christlichen Gemeinde fanden die Versammlungen zunächst in dazu geeigneten privaten Stuben statt, so in Jerje bei Johannes Happel.

Neue Impulse erfuhr diese Arbeit in Holzhausen, als 1880 Brüder der Marburger Methodistenkirche, 1882 Gustav Klein von der Neukirchener Mission und 1886 der junge Anton Mankel (Hebsches) in den Versammlungen Gottes Wort verkündigten und von ihren Glaubenserfahrungen erzählten. Ältere Besucher dieser Gottesdienste berichteten, dass sie in Jerje Haus ihre persönliche Entscheidung für Jesus Christus getroffen hatten.

Im Jahr 1884 baute die kleine Gemeinde auf dem Hof des Johannes Happel ein Gemeindehaus. Happel baute Keller und Dach, die Gemeinde den Saal.

Dass einige Bürger Holzhausens mit dem Entstehen der neuen Gemeinschaft nicht einverstanden waren, zeigte sich so, dass während eines Gottesdienstes Steine und Mist durch das offene Fenster flogen. In der 3. Januarwoche 1906 fand im Gemeindesaal eine Evangelisation statt. Prediger Heinrich Klein aus dem Waldecker Land verkündigte die Botschaft von Jesus Christus. Einige Menschen, die zum Glauben gekommen waren, gründeten einen gemischten Chor.

In den dreißiger Jahren zählte die FeG Holzhausen zu den Gemeinden „Friedensdorf und Umgebung“ und waren als solche auch im Bund der FeG eingetragen. Als selbständige Gemeinde wurde sie 1947 in den Bund der FeG aufgenommen. August Donges wurde Gemeindeältester. In diesem Jahr entstanden Sonntagschule und Jugendarbeit.

Weil der Gemeindesaal auf Jerje Hof zu eng wurde, entschloß man sich für einen Neubau. Er entstand in den Jahren 1951-52 an der Elisabethenhofstrasse. Der große, der kleine Saal und die Empore hatte ca. 350 Sitzplätze. Im Untergeschoß war die Hausmeisterwohnung.

Im Jahr 1965 konnte eine Jungschararbeit begonnen werden.

1969 wurde Artur Klingelhöfer nach dem plötzlichen Tod von August Donges neuer Gemeindeältester. Heute wird die Gemeinde von einem Ältestenkreis geleitet.

Durch die Aktivität von Rudolf Hansel, der von Leverkusen nach Holzhausen gekommen war, konnte Ende November 1969 ein Posaunenchor gegründet werden.

Am 16.4.1985 wurde der erste Spatenstich für einen größeren Anbau an das Gemeindehaus vorgenommen. Nach einer Bauzeit von 2 ¾ Jahren ist unter Einsatz von viel Zeit und Geld ein schönes Gemeindezentrum entstanden. Über 4000 freiwillige Arbeitsstunden wurden geleistet. Am 29.11.1987 übergab man es in einer Feierstunde seiner Bestimmung. Die neu geschaffenen Räumlichkeiten werden genutzt, um dem Auftrag unseres Herrn Jesus Christus, das Evangelium weiterzusagen, gerecht zu werden.

Die FeG pflegt insbesondere mit Evangelischen Kirchengemeinde auf Allianzebene einen guten Kontakt. Wir wollen gemeinsam versuchen, unser Christsein auf biblischer Grundlage zu verwirklichen. Dass wir dabei Menschen bleiben, die immer wieder Fehler machen ist selbstverständlich. Wir erheben darum nicht den Anspruch auf Vollkommenheit. Gemeinsam mit allen bewußten Christen aus Kirchen und Freikirchen glauben wir an Gott, den Vater, an Jesus Christus, seinen Sohn, und an den heiligen Geist.

Die Aufgaben einer Christlichen Gemeinde will die FeG Holzhausen mit Gottes Hilfe und der Verantwortung vor ihm auch weiterhin erfüllen.

Zusammengestellt von August Donges (ab 1947), August Freischlad (1980), Artur Klingelhöfer (1987), Hans Donges (2000)

Weiterführende Links